Dre­ad­locks Ratgeber: Erstel­lung, Pflege und Tipps

Dreadlocks Ratgeber Pflege Erstellung

Dre­ad­locks sind weit mehr als nur verfilzte Haare. Sie ver­mit­teln meist eine Lebens­ein­stel­lung, ein Gefühl und viele Menschen fühlen sich erst durch sie komplett. Doch wie macht man Dreads eigent­lich und kann man sie auch selber machen? Ich zeige dir in diesem Beitrag alles, was du darüber wissen musst – von der Erstel­lung über die Pflege bis zum Auskämmen.

Geschichte und Ursprung

Die meisten von uns denken bei Dre­ad­locks sicher­lich an Rasta­fa­ris. Doch in vielen Teilen dieser Welt waren die ver­filz­ten Haare, zwar nicht in der Form wie wir sie heute kennen, aber in ein paar Abwand­lun­gen, durchaus populär. So gab es sie von 1577 bis 1648 in Dänemark am Hof von König Christian IV. genauso, wie bei den Azteken und im Hin­du­is­mus.

Wie werden sie gemacht?

Wer der Meinung ist, dass Dre­ad­locks nichts anderes sind als ein unge­pfleg­ter, ver­filz­ter Haufen Haare, der liegt ziemlich daneben. Die meisten Dreadheads betreiben großen Aufwand, um ihre Filz­lo­cken ver­nünf­tig aussehen zu lassen. Nor­ma­ler­weise werden die Haare je nach gewünsch­ter Dicke in Strähnen unter­teilt. Anschlie­ßend kann man mit ver­schie­de­nen Methoden die besten Vor­aus­set­zun­gen dafür schaffen, dass die Haare mit­ein­an­der verfilzen. Welche das sind und ob man Dre­ad­locks machen lassen oder selber machen sollte, erfährst du nun.

Dre­ad­locks machen lassen

Ich per­sön­li­che würde empfehlen, lass dir Dre­ad­locks von jemand machen, der es kann. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass du nachher auch glücklich und zufrieden mit ihnen bist. Und gerade, wenn du keine Natural Dreads möchtest, sondern welche mit ver­nünf­ti­ger Ein­tei­lung, dann wirst du dich alleine ver­mut­lich etwas schwertun. Außerdem bedarf es ein wenig Erfahrung, dass du am Ende auch das Ergebnis bekommst, dass du dir gewünscht hast.

Wie lang müssen die Haare sein?

Eine Grund­vor­aus­set­zung für die Erstel­lung von Dre­ad­locks ist die Haarlänge. Sie sollten min­des­tens 15 cm lang sein, um sie mithilfe der klas­si­schen Methoden ver­nünf­tig erstellen zu können. Wer zu kurzes Kopfhaar hat, muss sich vorerst von seinem Traum ver­ab­schie­den, bis die Haar­pracht lang genug ist.

Wer erstellt Dreads?

Es gibt mitt­ler­weile einige Anlauf­stel­len, wo du dir Dre­ad­locks machen lassen kannst.

Zum Friseur geht man in diesem Fall übrigens nicht. Dort fehlt es meist an Erfahrung und oftmals wird es auch nicht angeboten.

Häufig sind es andere Dreadheads, die das Erstellen und auch die Pflege anbieten oder jene, die mal welche hatten. Lass dir, bevor du einen Termin ver­ein­barst, am besten ein paar Arbeiten zeigen. So kannst du schnell ent­schei­den, ob sie dir zusagen oder eher nicht.

Auch Afroshops bieten das Erstellen von Dreads häufig an. Aller­dings solltest du darauf achten, dass der Ersteller auch Erfahrung mit euro­päi­schem Haar hat. Denn das braucht eine ganz andere Behand­lung als das krause afri­ka­ni­sche Haar.

Natürlich ist auch der Preis ein wichtiger Faktor, der nicht unbe­ach­tet bleiben sollte.

Kosten

Du fragst dich nun sicher­lich, was Dre­ad­locks kosten. Logi­scher­weise kann ich dir hier keine all­ge­mein­gül­tige Antwort geben. Das hängt von ein paar Faktoren ab, wie:

  • Haarlänge,
  • mit oder ohne Exten­si­ons,
  • Dauer der Erstel­lung,
  • gewerb­li­che Anbieter oder private Dreadfee.

Ich per­sön­lich habe knapp 200 Euro für die Erstel­lung von insgesamt 60 Dre­ad­locks bezahlt. Das war vor knapp fünf Jahren. Gedauert hat die Prozedur bei zwei Erstel­lern von 09.00 Uhr morgens bis 21.00 Uhr abends – also 12 Stunden.

Ich auch schon von Preisen unter 100 Euro oder über 400 Euro gehört. Am besten fragst du vor der Ver­ein­ba­rung des Termins nach. Anhand deiner Haarlänge und Wünsche, sollte dir  durchaus ein grober Preis genannt werden können. Manche bieten das übrigens auch in Form eines Tausch­ge­schäfts an.

Dre­ad­locks selber machen

Natürlich taucht in diesem Zusam­men­hang sofort die Frage auf, ob man Dre­ad­locks selber machen kann? Die Antwort ist ziemlich einfach, ja klar kann man. Aller­dings ist das nicht so einfach, wie man es sich viel­leicht vorstellt.

Zuerst müssen die Haare ein­ge­teilt und dann gedreadet werden. Wenn du keine Erfah­rungs­werte hast, kannst du nicht abschät­zen, wie dick die Dreads durch die gemachte Ein­tei­lung werden. Außerdem sieht man sich selbst am Hin­ter­kopf nicht. Dem­entspre­chend kannst du dir sicher vor­stel­len, wie schwer es ist, die Haare sauber abzu­tei­len. Zumindest hierfür solltest du dir auf jeden Fall Hilfe orga­ni­sie­ren.

Die richtige Ein­tei­lung

Bevor wir mit dem Dreaden beginnen, müssen die Haare ein­ge­teilt werden. Je nach gewünsch­ter Dicke der Dre­ad­locks teilst du sie größer oder kleiner ein. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die richtige Anordnung. Wie du dir vor­stel­len kannst, entstehen große Lücken, wenn du bei­spiels­weise alle von vorne nach hinten in einer Reihe anordnest. Deswegen teilt man versetzt ein, um Lücken zu vermeiden.

Der Profi wird deinen Kopf meist so einteilen:

Zie­gel­stein­mus­ter

Hier erfolgt die Anordnung wie bei Zie­gel­stei­nen versetzt, sodass du schön Volumen in den fertig erstell­ten Dre­ad­locks hast und kaum Kopfhaut zu sehen sein wird. Dies ist wohl die häufigst ange­wandte Ein­tei­lung.

Waben­mus­ter

Dieses Muster hat den Vorteil, dass die Dreads am Ansatz nicht so schnell zusam­men­fil­zen und die Anordnung erfolgt auch hier versetzt. Je länger du deine Filz­lo­cken hast, umso mehr wirst du das zu schätzen wissen.

Nach der Ein­tei­lung, die mit kleinen Gummis fixiert wird, erfolgt das Verfilzen der einzelnen Strähnen. Auch hier gibt es nicht nur eine Mög­lich­keit, sondern unter­schied­li­che Methoden, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Je sauberer und ordent­li­cher ein­ge­teilt wurde, umso mehr Freude wirst du an deinen Dre­ad­locks haben. Es gibt nichts schlim­me­res, als eine ziepende und schmer­zende Kopfhaut, weil die Haare kreuz und quer filzen.

Mäh­nen­gum­mis für Pferde sind übrigens besonders robust und können auch ein paar Tage im Haar bleiben. Bei normalen Gummis sollte man vor­sich­tig sein. Sie können durch das Haa­re­wa­schen oder bei zu starker Son­nen­ein­strah­lung weich und klebrig werden. Diese Masse wollt ihr auf keinen Fall aus euren Dreads friemeln müssen.

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Ver­schie­dene Methoden zur Erstel­lung

Je nachdem, wie man seine Dre­ad­locks gerne haben möchte und was man bevorzugt, gibt es nun unter­schied­li­che Methoden, wie man sie machen kann.

Tipp: Überleg dir vor dem Erstellen, ob du offene oder geschlos­sene Spitzen haben möchtest.

Die drei Gän­gigs­ten, möchte ich dir hier nun vor­stel­len.

  • Twist & Rip/Strähnchenmethode
    Die Strähn­chen­me­thode, auch Twist & Rip genannt, funk­tio­niert ziemlich einfach. Nachdem du deine Haare ein­ge­teilt hast, arbeitest du dich Strähne für Strähne vor. Zuerst zwirbelt man die unteren Enden, bis sie sich ein wenig verknoten. Dann die Strähne mittig aus­ein­an­der­zie­hen, sodass der ver­kno­tete Teil Richtung Ansatz rutscht. So verfährst du, bis die Strähne komplett verfilzt/verknotet ist. Am Ende kurz durch­hä­keln und fertig.
  • Back­com­bing
    Die wohl am häu­figs­ten ange­wandte Methode für die Erstel­lung von Dre­ad­locks ist das Back­com­bing. Hier werden die zuvor ein­ge­teil­ten Strähnen mit einem Metall­kamm toupiert und anschlie­ßend gehäkelt. Nachteil dieser Methode, wenn zu stark toupiert wird, verlierst du sehr viel an Länge, was bei der Twist und Rip Variante nicht so ist.
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  • Rub­bel­me­thode
    Diese Methode ist für die­je­ni­gen, die gerne natür­li­che Dreads möchten und kein Problem damit haben, dass es ziemlich lange dauert, bis man eine Ent­wick­lung sieht. Hier werden die trockenen Haare mit einem Handtuch oder Wasch­lap­pen für die ersten 3-4 Wochen min­des­tens 30 Minuten täglich immer in dieselbe Richtung gerubbelt. Dadurch entstehen natür­li­che Dreads, die in ihrer Ent­ste­hung aber sehr sehr lange brauchen. Eine genaue Anleitung findest du im Dread­fo­rum.

Exten­si­ons für längere Filz­lo­cken

Wenn du von Anfang an lange Dre­ad­locks haben möchtest, dann kannst du natürlich mit Exten­si­ons arbeiten. Einer­seits gibt es die Mög­lich­keit lose Haare zu kaufen und diese dann selbst zu dreaden oder erstellen zu lassen. Ande­rer­seits kannst du dir natürlich auch echte Dre­ad­locks kaufen, die jemand anders bei­spiels­weise abge­schnit­ten hat und sie zum Ver­län­gern nutzen.

Ich per­sön­lich hatte anfangs auch Echthaar-Exten­si­ons drin. Doch irgend­wann wollte ich nur noch meine eigenen Haare auf dem Kopf haben und habe sie deswegen wieder entfernt.

Dread­schmuck zur Ver­schö­ne­rung

Viele wollen ihre Dreads mit Perlen, Wraps oder anderen Acces­soires ver­schö­nern. Das Angebot ist schier unendlich. Die meisten nutzen Perlen, die einfach auf den Dread gezogen werden oder umwickeln sie mit buntem Garn. Achte nur darauf, dass du Mate­ria­lien ver­wen­dest, die nicht in deine Dreads filzen.

Das Gleiche gilt übrigens auch für fusselige Woll­pull­over. Es ist unheim­lich anstren­gend, wenn man einzelne Woll­fa­sern aus den Dreads fummeln muss.

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Dread­pflege

Wie jede andere Frisur brauchen auch Dre­ad­locks ein gewisses Maß an Pflege. Dazu gehört einer­seits natürlich das Waschen, ande­rer­seits müssen auch die Ansätze nach­ge­macht und die Längen ab und an durch­ge­hä­kelt werden, wenn du sie ordent­lich magst. Wer also denkt, dass man mit ver­filz­ten Haaren weniger Arbeit hat, den muss ich an dieser Stelle ent­täu­schen. Ordent­li­che Dre­ad­locks brauchen gerade in der ersten Zeit schon eine ver­nünf­tige Pflege.

Palm Rolling: Dieser Begriff wird dir von Zeit zu  Zeit immer wieder begegnen. Gemeint ist damit das Rollen des Dreads zwischen den Händen. Das macht vor allen Dingen nach dem Waschen Sinn. So bleiben sie schön rund und in Form. Gleich­zei­tig drückst du damit raus­ge­fal­lene Härchen wieder an den Dread.

Dre­ad­locks waschen

Unge­wa­schene, verfilzte und stinkende Haare – das asso­zi­ie­ren viele Leute fälsch­li­cher­weise mit Dre­ad­locks. Sicher­lich mag es den ein oder anderen geben, der seine Dreads nicht wäscht, doch das ist meinen Erfah­run­gen nach eher die Ausnahme.

Der große Vorteil ist, dass man Dreads seltener waschen muss, als offene Haare, da sie nicht so schnell fettig aussehen. Zwar dauert es ein wenig, bis sich die Kopfhaut an die längeren Inter­valle gewöhnt hat, aber dann reicht es oftmals, sie alle 4 bis 8 Wochen ordent­lich zu säubern. Aber auch das variiert natürlich je nachdem, wie schnell deine Kopfhaut nach­fet­tet.

Dre­ad­locks waschen, das solltest du wissen:

  • Keine pfle­gen­den Shampoos oder Spülungen mit Silikon verwenden.
    Gerade am Anfang kann es dazu führen, dass sich die noch nicht so gut ver­filz­ten Strähnen wieder auflösen.
  • Dre­ad­locks waschen dauert länger.
    Ja, es dauert länger als bei der normalen Haar­wä­sche. Einer­seits nimmt es ein wenig mehr Zeit in Anspruch bis man die Kopfhaut ordent­lich ein­ge­seift hat und ande­rer­seits ist das Aus­wa­schen zeit­in­ten­si­ver.
  • Das Shampoo in den Händen auf­schäu­men, bevor du es in die Dreads gibst.
    Um keine großen Rück­stände in den Dreads zu haben, solltest du dein Shampoo vorher in den Händen auf­schäu­men und erst dann in deine Filz­lo­cken fahren. So bleiben weniger Sei­fen­reste in den Haaren.
  • Das Trocknen dauert ewig.
    Dre­ad­locks kann man sich fast wie einen Schwamm vor­stel­len. Sie saugen das Wasser beim Waschen förmlich auf. Deswegen ist es wichtig, dass du sie danach ordent­lich aus­wringst. Und trotzdem kann das Trocknen je nach Dicke zwischen 6 und 12 Stunden dauern. Abhilfe schafft hier eine Tro­cken­haube. Ich per­sön­lich wasche sie immer vor­mit­tags, dann muss ich nicht mit nassen Würmchen ins Bett gehen.

Ansätze nach­fil­zen

Von Zeit zu Zeit wirst du dich um deine Ansätze kümmern müssen, wenn du es gerne ordent­lich auf dem Kopf magst. Die Dreads wachsen tat­säch­lich raus und die meisten von uns haben nicht das Glück, dass die Ansätze von selbst nach­fil­zen. Dem­entspre­chend muss ein wenig nach­ge­hol­fen werden. Auch hier gibt es ver­schie­dene Methoden:

  • Dread durch den Ansatz ziehen
    Man nimmt sich einen Dread und zieht ihn quasi durch den offenen Ansatz. Diese Methode ist einer­seits super­ein­fach, ande­rer­seits kann sich der Dread aber schnell teilen, wenn man es nicht richtig macht. Nur wenige Haare werden vom Ansatz auf die Seite gezogen, damit ein Loch entsteht, durch welches der Dread dann gezogen wird. Danach auf der gegen­über­lie­gen­den Seite andersrum wie­der­ho­len und dann vorne und hinter, bis die Strähne wieder fest am Ansatz anliegt.
    Ich per­sön­lich mag diese Methode nicht so sehr, da es von der Struktur immer schnell wie gefloch­ten aussieht. Außerdem werden die Dreads meiner Meinung nach unan­ge­nehm hart und knubbelig.
  • Tighten-Roots
    Die in meinen Augen wir­kungs­vollste Methode zum Nach­fil­zen der Ansätze ist Tighten-Roots. Hier wird der Dread etwa 1 – 2 cm über dem Ansatz zwischen Zeige- und Mit­tel­fin­ger genommen, wie eine Zigarette. Nun drückst du ihn auf den Kopf und beginnst mit in eine Richtung gehenden, krei­sen­den Bewe­gun­gen. Schon nach kurzer Zeit merkst du, wie sich die Haare am Ansatz verfilzen. Das solange machen, bis der Ansatz fest ist. Danach, je nachdem, kurz durch­hä­keln und fertig.
    Nur aufpassen, dass nicht lose Härchen mit in den Ansatz geraten, die da nicht hin­ge­hö­ren.
  • Sto­cher­me­thode
    Bei der Sto­cher­me­thode nimmst du einfach deine Häkel­na­del und versuchst durch das Stochern im Ansatz die losen Haare wieder in den Dread zu arbeiten. Hier sollte vor­sich­tig gear­bei­tet werden, denn es kann passieren, dass du welche mit ein­ar­bei­test, die nicht in den Ansatz gehören. Ande­rer­seits könntest du den Dread dadurch ausdünnen.

Die meisten Anbieter/innen für die Erstel­lung von Dreads bieten übrigens ebenfalls Pfle­ge­ter­mine an. Es lohnt sich durchaus ein Mal im Jahr alle Dre­ad­locks durch­ar­bei­ten zu lassen. Gerade am Hin­ter­kopf hat man oft Stellen, die man selber nicht sieht.

Die richtige Häkel­na­del

Natürlich benötigst du eine passende Häkel­na­del für deine Dreads, um sie auch ver­nünf­tig nach­hä­keln zu können. Ich per­sön­lich habe zwei Stück – eine in der Größe 0,75 mm und eine in der Größe 0,5 mm. Kaufe am besten welche mit einem festen Griff, das erleich­tert das Häkeln ungemein. Und sei vor­sich­tig, nichts ist unan­ge­neh­mer als der Haken einer so feinen Nadel im Finger.

Tipp: Auf keinen Fall eine Filznadel verwenden. Das Risiko den Dreadlock damit abzu­rei­ßen ist viel zu groß.

Beim Häkeln ist oftmals weniger mehr. Ich weiß aus Erfahrung, dass man besonders anfangs dazu tendiert, seine Dreads tot­zu­hä­keln, weil man denkt, dass jedes raus­ste­hende Haar eine poten­ti­elle Gefahr für die Ent­wick­lung der Filz­lo­cken darstellt. Doch wenn du zu viel häkelst, werden deine Dreads extrem hart und du kommst am Ende u. U. gar nicht mehr durch. Übertreib es also nicht und lass sie sich einfach ent­wi­ckeln.

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Wie häkelt man Dreads richtig?

Es gibt eigent­lich kein richtig und kein falsch. Aller­dings kann ich dir ein paar Tipps gehen, die es dir gerade am Anfang erleich­tern. Es gibt auch hier wieder zwei ver­schie­dene Methoden.

1.) Einfach den Dread zwischen Zei­ge­fin­ger und Daumen nehmen. Dann die Häkel­na­del quasi zwischen den beiden Fingern durch den Dread führen, die raus­ste­hen­den Haare bis zur Hälfte des Dreads zurück­zie­hen und so lange wei­ter­ma­chen, bis keine kleinen Haare mehr zu sehen sind. So verfahren bis zum Schluss nichts mehr raussteht.

2.) Wenn du mehrere Haare hast, die aus der Filzlocke ragen, dann kannst du sie auch mit den Fingern verz­wir­beln, anschlie­ßend mit der Häkel­na­del durch den Dread fahren, die verz­wir­bel­ten Strähnen um den Haken wickeln und bis zur Hälfte zurück­zie­hen. Nun den Haken so drehen, dass die Strähne von der Häkel­na­del gleitet.

Rezept für Tie­fen­rei­ni­gung

Als frischer Dreadhead wirst du irgend­wann über das Thema Tie­fen­rei­ni­gung stolpern. Es bleibt nicht aus, egal wie gut man seine Filz­lo­cken pflegt, es bleiben Sei­fen­reste und auch Staub und Flusen in den Dreads zurück. Da kann es sich lohnen, sie ab und an (Ich mache es 1x pro Jahr) ver­nünf­tig zu reinigen.

Das Rezept zur Tie­fen­rei­ni­gung stammt von der Dread­fac­tory und funk­tio­niert her­vor­ra­gend.

Du benötigst dafür:

30 gr. Natron
1 EL Meersalz
2 EL Zitro­nen­saft
60 ml Apfel­es­sig

So funktioniert’s:

Eine große Schüssel oder das Wasch­be­cken mit warmem Wasser füllen. Nun das Meersalz zufügen, bis es sich aufgelöst hat. Danach das Natron, den Zitro­nen­saft und zum Schluss den Essig hin­ein­ge­ben.

Jetzt hängst du deine Dre­ad­locks für etwa 15 Minuten bis zum Ansatz in die Mischung. Danach die Haare gut ausspülen und nach Bedarf waschen (muss aber nicht sein).

Wie du anhand der Brühe, die zurück­bleibt, sehen wirst, lohnt es sich durchaus. Die Zutaten ergeben eine Natron­lauge, die eine stärkere Rei­ni­gungs­wir­kung hat, als das klas­si­sche Waschen.

„Dre­ad­locks muss man abschnei­den“

Immer wieder hört man, dass man die ver­filz­ten Haare nur abschnei­den kann und man als Frau dann mit einer Glatze oder ganz kurzen Haaren rumlaufen muss. Das ist es, was viele davon abhält, sich Dre­ad­locks machen zu lassen. Doch das ist schlicht und ergrei­fend nicht wahr. Es gibt eine weitere Mög­lich­keit, um die Filz­lo­cken los­zu­wer­den:

Man kann Dreads auskämmen.

Eines muss ich jedoch gleich vorweg sagen: Das Auskämmen ist eine lang­wie­rige Arbeit, die nicht von heute auf morgen geht. Letzt­end­lich kann man sagen, genauso lang wie das Erstellen, dauert meist auch das Auskämmen der Dre­ad­locks.

Dreads auskämmen, so geht’s

Dafür empfiehlt es sich, die Haare eine gewisse Zeit lang mit Pfle­ge­sham­poo, -spülung und pfle­gen­den Ölen zu waschen. So werden deine Dreads ein wenig weicher und lösen sich eventuell schon etwas.

Wenn es dann so weit ist, geht es am ein­fachs­ten mit einer Gabel, Strick­na­del o. Ä. Nun musst du deine Dreads langsam von unten nach oben aufkämmen. Achte dabei darauf, dass du dabei nicht zu viele Haare ausreißt. Arbeite dich mm für mm vor und ziehe immer nur wenige Strähn­chen mit deinem Hilfs­mit­tel nach unten.

Tipp: Wenn du einen Teil der sowieso kaputten Spitzen abschnei­dest, musst du weniger auskämmen.

Gönne deinen Haaren nach dem Auskämmen auf jeden Fall jede Menge Pflege. Und keine Sorge, du wirst einiges an Haaren verlieren und wenn ich einiges sagen, dann meine ich wirklich einiges. Das liegt aber daran, dass der Mensch natürlich eine gewisse Haarmenge pro Tag verliert. Bei Dre­ad­locks fällt das nicht auf, weil die losen Haare einfach in die Strähnen filzen. Beim Auskämmen verlierst du diese dann natürlich.

Fake Dreads

Neben echten Dreads gibt es natürlich auch solche, die nicht für immer halten. Diese kann man sich bei­spiels­weise für eine Par­ty­nacht oder ein paar Wochen ins Haar machen und somit austesten, ob man sich damit gefällt und wie man zurecht kommt. Solltest du dir also nicht sicher sein, dann wären Fake Dreads eine tolle Mög­lich­keit, um genau das aus­zu­pro­bie­ren. Ob du da künst­li­ches oder Echthaar bevor­zugst, liegt ganz bei dir.

Das Ein­flech­ten geht unglaub­lich einfach. Du teilst deine Haare genauso ein, wie du es für echte Dreads machen würdest. Anschlie­ßend ver­bin­dest du deine abge­teil­ten Haare mit den Fake Dreads und fertig ist die volu­mi­nöse Haar­pracht.

Häufig gestellte Fragen

Im Zusam­men­hang mit den Filz­lo­cken gibt es Fragen, die immer wieder auf­tau­chen. Ich möchte versuchen sie dir zu beant­wor­ten.

Dre­ad­locks mit Henna färben, ein NoGo?
Immer wieder liest man, dass man seine Dreads nicht mit Henna färben soll. Es sollen Rück­stände bleiben, die man nie wieder raus­kriegt. Meine Schwester hat sich ihre Dreads immer wieder mit Henna gefärbt. Natürlich ist der Aufwand, bis man alles aus­ge­wa­schen hat, wesent­lich größer, als bei normalen Haaren. Aber es ist grund­sätz­lich kein Problem, die filzigen Haare mit Henna zu färben.
Stimmt es, dass Dreads in den ersten Monaten/Jahren kürzer werden?
Bei den meisten von uns ist das so. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich der Filz ent­wi­ckelt. Das führt aller­dings dazu, dass sich die Dreads zusam­men­zie­hen und verkürzen. Ich per­sön­lich konnte meinen Haaren gefühlt beim Schrump­fen zusehen. Doch danach wachsen sie dann umso schneller, also keine Sorge, das ist voll­kom­men normal.
Können Dreads schimmeln?
Schim­me­lige Dreads, davon hört und liest man immer wieder und gerade frisch gewordene Dreadheads haben riesige Angst davor. Doch was ist dran? Grund­sätz­lich lässt sich sagen, dass selbst feuchte Bedin­gun­gen, also Dre­ad­locks die lange nicht trocknen, nicht aus­rei­chen, um darin Schimmel entstehen zu lassen. Solltest du deine Haare aller­dings mit rohem Ei oder anderen Lebens­mit­teln behandeln, dann besteht die Gefahr durchaus.  
Sollte ich meine Dre­ad­locks mit Kernseife waschen?
Davon würde ich per­sön­lich abraten. Kernseife trocknet deine Kopfhaut extrem aus und auch deine Dreads. Kaputte Haare ergeben auch keine schönen Dre­ad­locks. Meiner Erfahrung nach reicht es voll­kom­men aus, einfach kein pfle­gen­des Shampoo zu verwenden.
Ist eine Kie­sel­er­de­kur vor der Erstel­lung von Dreads sinnvoll?
Das würde ich nicht machen. Es macht deine Haare kaputt und stra­pa­ziert sie unnötig. Es reicht voll­kom­men, auf sili­kon­hal­ti­ges Shampoo zu ver­zich­ten.
Dre­ad­locks mit Wachs erstellen, geht das?
Immer wieder hört man davon, dass Kunden die Dreads mit Wachs erstellt werden. Gerade in Afroshops wird diese Methode wohl häufig angewandt. Was für krauses, afri­ka­ni­sches Haar geht, ist bei euro­päi­schem Haar eher eine Kata­stro­phe. Das Wachs ver­hin­dert, dass die Haare filzen, weswegen bei normalem Haar von der Erstel­lung mit Wachs abgesehen werden sollte.
Wie viele Dre­ad­locks werde ich bekommen?
Natürlich kann man, je nach Ein­tei­lung, mehr oder weniger Dre­ad­locks bekommen. Das hängt aller­dings neben der erstell­ten Dicke auch von der Struktur und Haardicke ab.
Muss ich meinen ganzen Kopf dreaden lassen oder kann ich auch einzelne Dreads ins Unterhaar bekommen?
Natürlich kann man auch nur einzelne Dreads ins Unterhaar machen, wenn du nicht den ganzen Kopf voll haben willst oder erst mal testen möchtest, wie du damit zurecht­kommst. Aller­dings lass dir gesagt sein: Einzelne Dreads im Unterhaar machen einem meist nicht lange Freude. Denn sie verfilzen immer wieder mit den umlie­gen­den offenen Haaren, wenn man sich nicht sehr sorg­fäl­tig drum kümmert.
Dreads mit offenem Pony, ja oder nein?
Ich per­sön­lich hatte bei der Erstel­lung den ganzen Kopf gedreadet. Nach einer gewissen Zeit habe ich mir an der Vor­der­seite 12 Dreads aus­ge­kämmt, weil ich einen offenen Pony haben wollte. Das funk­tio­niert seit drei Jahren auch sehr gut und bei einer gerad­li­ni­gen Unter­tei­lung, lassen sich lose Haare und Dreads auch pro­blem­los aus­ein­an­der­hal­ten. Der einzige Unter­schied, man muss die offenen Haare häufiger waschen.
Wie kann ich den Filz­pro­zess beschleu­ni­gen?
Dre­ad­locks müssen sich ent­wi­ckeln und werden erst nach Jahren richtig weich und flauschig. Du kannst ihnen aller­dings durchaus etwas Gutes tun, indem du sie bei­spiels­weise ab und an mit Salzspray ein­sprühst. Das Zau­ber­wort ist aller­dings Geduld. Ich per­sön­lich habe solche Hilfs­mit­tel noch nie verwendet.
Ist Juckreiz nach der Erstel­lung von Dreads normal?
Deine Kopfhaut ist durch das Erstellen der Dreads gereizt und deswegen kann es gerade in den ersten Wochen zu Juckreiz kommen. Deine Kopfhaut muss sich erst mal umstellen, gerade auch, wenn du die Haare vorher öfter gewaschen hast. Das ist leider eine Phase, durch die man durch muss. Abhilfe kann hier Bir­ken­was­ser o. Ä. schaffen, was die Kopfhaut beruhigt und den Juckreiz lindert.
Wie lange nach dem Erstellen der Dre­ad­locks muss ich warten, bis ich meine Haare zum ersten Mal waschen darf?
Grund­sätz­lich solltest du versuchen, das erste Haa­re­wa­schen möglichst ein paar Tage hin­aus­zu­zö­gern. Wenn die Kopfhaut aber uner­träg­lich juckt oder du merkst, dass die Ansätze fettig sind, dann wasch deine Haare einfach. Fettige Ansätze filzen nämlich nicht.
Meine Dre­ad­locks sind stachelig, piksen und sind gar nicht weich, woran liegt das?
Dre­ad­locks müssen sich ent­wi­ckeln. Gerade in der ersten Zeit sind sie ziemlich stachelig und eher kratzig als weich. Es dauert ein paar Monate, wenn nicht sogar Jahre, bis sie endlich weich und flauschig werden. Das hängt ganz von deiner Haar­struk­tur ab.
Ich habe unendlich viele Fus­sel­haare, die aus den Dreads gerutscht sind. Was tun?
Eine Sache, mit der du dich gleich abfinden kannst, die meisten von uns mit euro­päi­schem Haar haben Fus­sel­haare. Sie werden mit der Zeit weniger, aber ich per­sön­lich habe sie auch nach fast fünf Jahren noch. Das hängt mit der Haar­struk­tur zusammen und man sollte sich einfach daran gewöhnen.
Dreads sind am Ansatz zusam­men­ge­filzt. Und jetzt?
Keine Sorge, es ist kein Grund, um in Panik zu verfallen. Es kann immer wieder mal vorkommen, dass einzelne Dreads am Ansatz zusam­men­fil­zen. Es macht deswegen durchaus Sinn nach der Haar­wä­sche mit den Fingern an den Ansätzen entlang zu gehen und dieses Übel schon im Keim zu ersticken, indem man die Dreads in ent­ge­gen­ge­setzte Rich­tun­gen aus­ein­an­der­zieht. Auch wenn sie schon zusam­men­ge­filzt sind, lassen sie sich auf diese Art und Weise häufig trennen. Wenn gar nichts mehr geht, kann man sie vor­sich­tig mit einer Schere aus­ein­an­der­schnei­den. Aber dabei besteht die Gefahr, dass du einen Dread ver­se­hent­lich abschnei­dest. Die Schere also bitte nur im äußersten Notfall und u. U. mit Hilfe durch Freunde oder Familie benutzen.

Wenn du Facebook nutzt, habe ich nun noch eine Emp­feh­lung für eine tolle Dre­ad­gruppe für dich. Dort findest du übrigens auch viele liebe Menschen, die dir Dre­ad­locks machen können.

Du hast noch weitere Fragen? Dann stell sie gerne in den Kom­men­tare und ich werde versuchen, sie zu beant­wor­ten.

2 Kommentare

  • wie super­schön es aussieht!

    es war immer einer meiner Träumen, einmal Dre­ad­locks zu tragen, ich hoffe, dass es einmal ver­wirk­licht werden kann 🙂

    vielen Dank für diesen infor­ma­ti­ven Beitrag,

    LG

    Lili

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