Dre­ad­locks Ratgeber: Erstel­lung, Pflege und Tipps

Dreadlocks Ratgeber Pflege Erstellung

Dreadlocks sind weit mehr als nur verfilzte Haare. Sie vermitteln meist eine Lebenseinstellung, ein Gefühl und viele Menschen fühlen sich erst durch sie komplett. Doch wie macht man Dreads eigentlich und kann man sie auch selber machen? Ich zeige dir in diesem Beitrag alles, was du darüber wissen musst – von der Erstellung über die Pflege bis zum Auskämmen.

Geschichte und Ursprung

Die meisten von uns denken bei Dreadlocks sicherlich an Rastafaris. Doch in vielen Teilen dieser Welt waren die verfilzten Haare, zwar nicht in der Form wie wir sie heute kennen, aber in ein paar Abwandlungen, durchaus populär. So gab es sie von 1577 bis 1648 in Dänemark am Hof von König Christian IV. genauso, wie bei den Azteken und im Hinduismus.

Wie werden sie gemacht?

Wer der Meinung ist, dass Dreadlocks nichts anderes sind als ein ungepflegter, verfilzter Haufen Haare, der liegt ziemlich daneben. Die meisten Dreadheads betreiben großen Aufwand, um ihre Filzlocken vernünftig aussehen zu lassen. Normalerweise werden die Haare je nach gewünschter Dicke in Strähnen unterteilt. Anschließend kann man mit verschiedenen Methoden die besten Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Haare miteinander verfilzen. Welche das sind und ob man Dreadlocks machen lassen oder selber machen sollte, erfährst du nun.

Dreadlocks machen lassen

Ich persönliche würde empfehlen, lass dir Dreadlocks von jemand machen, der es kann. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass du nachher auch glücklich und zufrieden mit ihnen bist. Und gerade, wenn du keine Natural Dreads möchtest, sondern welche mit vernünftiger Einteilung, dann wirst du dich alleine vermutlich etwas schwertun. Außerdem bedarf es ein wenig Erfahrung, dass du am Ende auch das Ergebnis bekommst, dass du dir gewünscht hast.

Wie lang müssen die Haare sein?

Eine Grundvoraussetzung für die Erstellung von Dreadlocks ist die Haarlänge. Sie sollten mindestens 15 cm lang sein, um sie mithilfe der klassischen Methoden vernünftig erstellen zu können. Wer zu kurzes Kopfhaar hat, muss sich vorerst von seinem Traum verabschieden, bis die Haarpracht lang genug ist.

Lies auch: Ist tägliche Haarwäsche gesund?

Wer erstellt Dreads?

Es gibt mittlerweile einige Anlaufstellen, wo du dir Dreadlocks machen lassen kannst.

Zum Friseur geht man in diesem Fall übrigens nicht. Dort fehlt es meist an Erfahrung und oftmals wird es auch nicht angeboten.

Häufig sind es andere Dreadheads, die das Erstellen und auch die Pflege anbieten oder jene, die mal welche hatten. Lass dir, bevor du einen Termin vereinbarst, am besten ein paar Arbeiten zeigen. So kannst du schnell entscheiden, ob sie dir zusagen oder eher nicht.

Auch Afroshops bieten das Erstellen von Dreads häufig an. Allerdings solltest du darauf achten, dass der Ersteller auch Erfahrung mit europäischem Haar hat. Denn das braucht eine ganz andere Behandlung als das krause afrikanische Haar.

Natürlich ist auch der Preis ein wichtiger Faktor, der nicht unbeachtet bleiben sollte.

Kosten

Du fragst dich nun sicherlich, was Dreadlocks kosten. Logischerweise kann ich dir hier keine allgemeingültige Antwort geben. Das hängt von ein paar Faktoren ab, wie:

  • Haarlänge,
  • mit oder ohne Extensions,
  • Dauer der Erstellung,
  • gewerbliche Anbieter oder private Dreadfee.

Ich persönlich habe knapp 200 Euro für die Erstellung von insgesamt 60 Dreadlocks bezahlt. Das war vor knapp fünf Jahren. Gedauert hat die Prozedur bei zwei Erstellern von 09.00 Uhr morgens bis 21.00 Uhr abends – also 12 Stunden.

Ich auch schon von Preisen unter 100 Euro oder über 400 Euro gehört. Am besten fragst du vor der Vereinbarung des Termins nach. Anhand deiner Haarlänge und Wünsche, sollte dir  durchaus ein grober Preis genannt werden können. Manche bieten das übrigens auch in Form eines Tauschgeschäfts an.

Dreadlocks selber machen

Natürlich taucht in diesem Zusammenhang sofort die Frage auf, ob man Dreadlocks selber machen kann? Die Antwort ist ziemlich einfach, ja klar kann man. Allerdings ist das nicht so einfach, wie man es sich vielleicht vorstellt.

Zuerst müssen die Haare eingeteilt und dann gedreadet werden. Wenn du keine Erfahrungswerte hast, kannst du nicht abschätzen, wie dick die Dreads durch die gemachte Einteilung werden. Außerdem sieht man sich selbst am Hinterkopf nicht. Dementsprechend kannst du dir sicher vorstellen, wie schwer es ist, die Haare sauber abzuteilen. Zumindest hierfür solltest du dir auf jeden Fall Hilfe organisieren.

Die richtige Einteilung

Bevor wir mit dem Dreaden beginnen, müssen die Haare eingeteilt werden. Je nach gewünschter Dicke der Dreadlocks teilst du sie größer oder kleiner ein. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die richtige Anordnung. Wie du dir vorstellen kannst, entstehen große Lücken, wenn du beispielsweise alle von vorne nach hinten in einer Reihe anordnest. Deswegen teilt man versetzt ein, um Lücken zu vermeiden.

Der Profi wird deinen Kopf meist so einteilen:

Ziegelsteinmuster

Hier erfolgt die Anordnung wie bei Ziegelsteinen versetzt, sodass du schön Volumen in den fertig erstellten Dreadlocks hast und kaum Kopfhaut zu sehen sein wird. Dies ist wohl die häufigst angewandte Einteilung.

Wabenmuster

Dieses Muster hat den Vorteil, dass die Dreads am Ansatz nicht so schnell zusammenfilzen und die Anordnung erfolgt auch hier versetzt. Je länger du deine Filzlocken hast, umso mehr wirst du das zu schätzen wissen.

Nach der Einteilung, die mit kleinen Gummis fixiert wird, erfolgt das Verfilzen der einzelnen Strähnen. Auch hier gibt es nicht nur eine Möglichkeit, sondern unterschiedliche Methoden, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Je sauberer und ordentlicher eingeteilt wurde, umso mehr Freude wirst du an deinen Dreadlocks haben. Es gibt nichts schlimmeres, als eine ziepende und schmerzende Kopfhaut, weil die Haare kreuz und quer filzen.

Mähnengummis für Pferde sind übrigens besonders robust und können auch ein paar Tage im Haar bleiben. Bei normalen Gummis sollte man vorsichtig sein. Sie können durch das Haarewaschen oder bei zu starker Sonneneinstrahlung weich und klebrig werden. Diese Masse wollt ihr auf keinen Fall aus euren Dreads friemeln müssen.

USG Mähnengummi, schwarz, 100 gr Box
USG Mähnengummi, schwarz, 100 gr Box
von United Sportproducts Germany USG
 Preis: € 5,70 zu Amazon Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Anzeige/Änderungen vorbehalten

Verschiedene Methoden zur Erstellung

Je nachdem, wie man seine Dreadlocks gerne haben möchte und was man bevorzugt, gibt es nun unterschiedliche Methoden, wie man sie machen kann.

Die drei Gängigsten, möchte ich dir hier nun vorstellen.

  • Twist & Rip/Strähnchenmethode
    Die Strähnchenmethode, auch Twist & Rip genannt, funktioniert ziemlich einfach. Nachdem du deine Haare eingeteilt hast, arbeitest du dich Strähne für Strähne vor. Zuerst zwirbelt man die unteren Enden, bis sie sich ein wenig verknoten. Dann die Strähne mittig auseinanderziehen, sodass der verknotete Teil Richtung Ansatz rutscht. So verfährst du, bis die Strähne komplett verfilzt/verknotet ist. Am Ende kurz durchhäkeln und fertig.
  • Backcombing
    Die wohl am häufigsten angewandte Methode für die Erstellung von Dreadlocks ist das Backcombing. Hier werden die zuvor eingeteilten Strähnen mit einem Metallkamm toupiert und anschließend gehäkelt. Nachteil dieser Methode, wenn zu stark toupiert wird, verlierst du sehr viel an Länge, was bei der Twist und Rip Variante nicht so ist.
    Ein Flohkamm für Hunde eignet sich hervorragend, um die Strähnen damit zu toupieren.
  • Rubbelmethode
    Diese Methode ist für diejenigen, die gerne natürliche Dreads möchten und kein Problem damit haben, dass es ziemlich lange dauert, bis man eine Entwicklung sieht. Hier werden die trockenen Haare mit einem Handtuch oder Waschlappen für die ersten 3-4 Wochen mindestens 30 Minuten täglich immer in dieselbe Richtung gerubbelt. Dadurch entstehen natürliche Dreads, die in ihrer Entstehung aber sehr sehr lange brauchen. Eine genaue Anleitung findest du im Dreadforum.

Tipp: Überleg dir vor dem Erstellen, ob du offene oder geschlossene Spitzen haben möchtest.

Extensions für längere Filzlocken

Wenn du von Anfang an lange Dreadlocks haben möchtest, dann kannst du natürlich mit Extensions arbeiten. Einerseits gibt es die Möglichkeit lose Haare zu kaufen und diese dann selbst zu dreaden oder erstellen zu lassen. Andererseits kannst du dir natürlich auch echte Dreadlocks kaufen, die jemand anders beispielsweise abgeschnitten hat und sie zum Verlängern nutzen.

Ich persönlich hatte anfangs auch Echthaar-Extensions drin. Doch irgendwann wollte ich nur noch meine eigenen Haare auf dem Kopf haben und habe sie deswegen wieder entfernt.

Dreadschmuck zur Verschönerung

Viele wollen ihre Dreads mit Perlen, Wraps oder anderen Accessoires verschönern. Das Angebot ist schier unendlich. Die meisten nutzen Perlen, die einfach auf den Dread gezogen werden oder umwickeln sie mit buntem Garn. Achte nur darauf, dass du Materialien verwendest, die nicht in deine Dreads filzen.

Das Gleiche gilt übrigens auch für fusselige Wollpullover. Es ist unheimlich anstrengend, wenn man einzelne Wollfasern aus den Dreads fummeln muss.

Acrylperle Kugel beige-bunt 8mm Großloch (14036) 100Stk.
 Preis: € 1,85 zu Amazon Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Anzeige/Änderungen vorbehalten

Dreadpflege

Wie jede andere Frisur brauchen auch Dreadlocks ein gewisses Maß an Pflege. Dazu gehört einerseits natürlich das Waschen, andererseits müssen auch die Ansätze nachgemacht und die Längen ab und an durchgehäkelt werden, wenn du sie ordentlich magst. Wer also denkt, dass man mit verfilzten Haaren weniger Arbeit hat, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Ordentliche Dreadlocks brauchen gerade in der ersten Zeit schon eine vernünftige Pflege.

Palm Rolling: Dieser Begriff wird dir von Zeit zu  Zeit immer wieder begegnen. Gemeint ist damit das Rollen des Dreads zwischen den Händen. Das macht vor allen Dingen nach dem Waschen Sinn. So bleiben sie schön rund und in Form. Gleichzeitig drückst du damit rausgefallene Härchen wieder an den Dread.

Dreadlocks waschen

Ungewaschene, verfilzte und stinkende Haare – das assoziieren viele Leute fälschlicherweise mit Dreadlocks. Sicherlich mag es den ein oder anderen geben, der seine Dreads nicht wäscht, doch das ist meinen Erfahrungen nach eher die Ausnahme.

Der große Vorteil ist, dass man Dreads seltener waschen muss, als offene Haare, da sie nicht so schnell fettig aussehen. Zwar dauert es ein wenig, bis sich die Kopfhaut an die längeren Intervalle gewöhnt hat, aber dann reicht es oftmals, sie alle 4 bis 8 Wochen ordentlich zu säubern. Aber auch das variiert natürlich je nachdem, wie schnell deine Kopfhaut nachfettet.

Dreadlocks waschen, das solltest du wissen:

  • Keine pflegenden Shampoos oder Spülungen mit Silikon verwenden.
    Gerade am Anfang kann es dazu führen, dass sich die noch nicht so gut verfilzten Strähnen wieder auflösen.
  • Dreadlocks waschen dauert länger.
    Ja, es dauert länger als bei der normalen Haarwäsche. Einerseits nimmt es ein wenig mehr Zeit in Anspruch bis man die Kopfhaut ordentlich eingeseift hat und andererseits ist das Auswaschen zeitintensiver.
  • Das Shampoo in den Händen aufschäumen, bevor du es in die Dreads gibst.
    Um keine großen Rückstände in den Dreads zu haben, solltest du dein Shampoo vorher in den Händen aufschäumen und erst dann in deine Filzlocken fahren. So bleiben weniger Seifenreste in den Haaren.
  • Das Trocknen dauert ewig.
    Dreadlocks kann man sich fast wie einen Schwamm vorstellen. Sie saugen das Wasser beim Waschen förmlich auf. Deswegen ist es wichtig, dass du sie danach ordentlich auswringst. Und trotzdem kann das Trocknen je nach Dicke zwischen 6 und 12 Stunden dauern. Abhilfe schafft hier eine Trockenhaube. Ich persönlich wasche sie immer vormittags, dann muss ich nicht mit nassen Würmchen ins Bett gehen.

Ansätze nachfilzen

Von Zeit zu Zeit wirst du dich um deine Ansätze kümmern müssen, wenn du es gerne ordentlich auf dem Kopf magst. Die Dreads wachsen tatsächlich raus und die meisten von uns haben nicht das Glück, dass die Ansätze von selbst nachfilzen. Dementsprechend muss ein wenig nachgeholfen werden. Auch hier gibt es verschiedene Methoden:

  • Dread durch den Ansatz ziehen
    Man nimmt sich einen Dread und zieht ihn quasi durch den offenen Ansatz. Diese Methode ist einerseits supereinfach, andererseits kann sich der Dread aber schnell teilen, wenn man es nicht richtig macht. Nur wenige Haare werden vom Ansatz auf die Seite gezogen, damit ein Loch entsteht, durch welches der Dread dann gezogen wird. Danach auf der gegenüberliegenden Seite andersrum wiederholen und dann vorne und hinter, bis die Strähne wieder fest am Ansatz anliegt.
    Ich persönlich mag diese Methode nicht so sehr, da es von der Struktur immer schnell wie geflochten aussieht. Außerdem werden die Dreads meiner Meinung nach unangenehm hart und knubbelig.
  • Tighten-Roots
    Die in meinen Augen wirkungsvollste Methode zum Nachfilzen der Ansätze ist Tighten-Roots. Hier wird der Dread etwa 1 – 2 cm über dem Ansatz zwischen Zeige- und Mittelfinger genommen, wie eine Zigarette. Nun drückst du ihn auf den Kopf und beginnst mit in eine Richtung gehenden, kreisenden Bewegungen. Schon nach kurzer Zeit merkst du, wie sich die Haare am Ansatz verfilzen. Das solange machen, bis der Ansatz fest ist. Danach, je nachdem, kurz durchhäkeln und fertig.
    Nur aufpassen, dass nicht lose Härchen mit in den Ansatz geraten, die da nicht hingehören.
  • Stochermethode
    Bei der Stochermethode nimmst du einfach deine Häkelnadel und versuchst durch das Stochern im Ansatz die losen Haare wieder in den Dread zu arbeiten. Hier sollte vorsichtig gearbeitet werden, denn es kann passieren, dass du welche mit einarbeitest, die nicht in den Ansatz gehören. Andererseits könntest du den Dread dadurch ausdünnen.

Die meisten Anbieter/innen für die Erstellung von Dreads bieten übrigens ebenfalls Pflegetermine an. Es lohnt sich durchaus ein Mal im Jahr alle Dreadlocks durcharbeiten zu lassen. Gerade am Hinterkopf hat man oft Stellen, die man selber nicht sieht.

Lies auch: Fettige Haare, welche Hausmittel helfen?

Die richtige Häkelnadel

Natürlich benötigst du eine passende Häkelnadel für deine Dreads, um sie auch vernünftig nachhäkeln zu können. Ich persönlich habe zwei Stück – eine in der Größe 0,75 mm und eine in der Größe 0,5 mm. Kaufe am besten welche mit einem festen Griff, das erleichtert das Häkeln ungemein. Und sei vorsichtig, nichts ist unangenehmer als der Haken einer so feinen Nadel im Finger.

Tipp: Auf keinen Fall eine Filznadel verwenden. Das Risiko den Dreadlock damit abzureißen ist viel zu groß.

Beim Häkeln ist oftmals weniger mehr. Ich weiß aus Erfahrung, dass man besonders anfangs dazu tendiert, seine Dreads totzuhäkeln, weil man denkt, dass jedes rausstehende Haar eine potentielle Gefahr für die Entwicklung der Filzlocken darstellt. Doch wenn du zu viel häkelst, werden deine Dreads extrem hart und du kommst am Ende u. U. gar nicht mehr durch. Übertreib es also nicht und lass sie sich einfach entwickeln.

Clover Häkelnadel Amour, Stahl, 0,75 mm, pastellblau
 Preis: € 8,00 zu Amazon Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Anzeige/Änderungen vorbehalten

Wie häkelt man Dreads richtig?

Es gibt eigentlich kein richtig und kein falsch. Allerdings kann ich dir ein paar Tipps gehen, die es dir gerade am Anfang erleichtern. Es gibt auch hier wieder zwei verschiedene Methoden.

1.) Einfach den Dread zwischen Zeigefinger und Daumen nehmen. Dann die Häkelnadel quasi zwischen den beiden Fingern durch den Dread führen, die rausstehenden Haare bis zur Hälfte des Dreads zurückziehen und so lange weitermachen, bis keine kleinen Haare mehr zu sehen sind. So verfahren bis zum Schluss nichts mehr raussteht.

2.) Wenn du mehrere Haare hast, die aus der Filzlocke ragen, dann kannst du sie auch mit den Fingern verzwirbeln, anschließend mit der Häkelnadel durch den Dread fahren, die verzwirbelten Strähnen um den Haken wickeln und bis zur Hälfte zurückziehen. Nun den Haken so drehen, dass die Strähne von der Häkelnadel gleitet.

Rezept für Tiefenreinigung

Als frischer Dreadhead wirst du irgendwann über das Thema Tiefenreinigung stolpern. Es bleibt nicht aus, egal wie gut man seine Filzlocken pflegt, es bleiben Seifenreste und auch Staub und Flusen in den Dreads zurück. Da kann es sich lohnen, sie ab und an (Ich mache es 1x pro Jahr) vernünftig zu reinigen.

Das Rezept zur Tiefenreinigung stammt von der Dreadfactory und funktioniert hervorragend.

Du benötigst dafür:

30 gr. Natron
1 EL Meersalz
2 EL Zitronensaft
60 ml Apfelessig

So funktioniert’s:

Eine große Schüssel oder das Waschbecken mit warmem Wasser füllen. Nun das Meersalz zufügen, bis es sich aufgelöst hat. Danach das Natron, den Zitronensaft und zum Schluss den Essig hineingeben.

Jetzt hängst du deine Dreadlocks für etwa 15 Minuten bis zum Ansatz in die Mischung. Danach die Haare gut ausspülen und nach Bedarf waschen (muss aber nicht sein).

Wie du anhand der Brühe, die zurückbleibt, sehen wirst, lohnt es sich durchaus. Die Zutaten ergeben eine Natronlauge, die eine stärkere Reinigungswirkung hat, als das klassische Waschen.

„Dreadlocks muss man abschneiden“

Immer wieder hört man, dass man die verfilzten Haare nur abschneiden kann und man als Frau dann mit einer Glatze oder ganz kurzen Haaren rumlaufen muss. Das ist es, was viele davon abhält, sich Dreadlocks machen zu lassen. Doch das ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Es gibt eine weitere Möglichkeit, um die Filzlocken loszuwerden:

Man kann Dreads auskämmen.

Eines muss ich jedoch gleich vorweg sagen: Das Auskämmen ist eine langwierige Arbeit, die nicht von heute auf morgen geht. Letztendlich kann man sagen, genauso lang wie das Erstellen, dauert meist auch das Auskämmen der Dreadlocks.

Dreads auskämmen, so geht’s

Dafür empfiehlt es sich, die Haare eine gewisse Zeit lang mit Pflegeshampoo, -spülung und pflegenden Ölen zu waschen. So werden deine Dreads ein wenig weicher und lösen sich eventuell schon etwas.

Wenn es dann so weit ist, geht es am einfachsten mit einer Gabel, Stricknadel o. Ä. Nun musst du deine Dreads langsam von unten nach oben aufkämmen. Achte dabei darauf, dass du dabei nicht zu viele Haare ausreißt. Arbeite dich mm für mm vor und ziehe immer nur wenige Strähnchen mit deinem Hilfsmittel nach unten.

Tipp: Wenn du einen Teil der sowieso kaputten Spitzen abschneidest, musst du weniger auskämmen.

Gönne deinen Haaren nach dem Auskämmen auf jeden Fall jede Menge Pflege. Und keine Sorge, du wirst einiges an Haaren verlieren und wenn ich einiges sagen, dann meine ich wirklich einiges. Das liegt aber daran, dass der Mensch natürlich eine gewisse Haarmenge pro Tag verliert. Bei Dreadlocks fällt das nicht auf, weil die losen Haare einfach in die Strähnen filzen. Beim Auskämmen verlierst du diese dann natürlich.

Lies auch: Haare mit Henna färben

Fake Dreads

Neben echten Dreads gibt es natürlich auch solche, die nicht für immer halten. Diese kann man sich beispielsweise für eine Partynacht oder ein paar Wochen ins Haar machen und somit austesten, ob man sich damit gefällt und wie man zurecht kommt. Solltest du dir also nicht sicher sein, dann wären Fake Dreads eine tolle Möglichkeit, um genau das auszuprobieren. Ob du da künstliches oder Echthaar bevorzugst, liegt ganz bei dir.

Das Einflechten geht unglaublich einfach. Du teilst deine Haare genauso ein, wie du es für echte Dreads machen würdest. Anschließend verbindest du deine abgeteilten Haare mit den Fake Dreads und fertig ist die voluminöse Haarpracht.

Häufig gestellte Fragen

Im Zusammenhang mit den Filzlocken gibt es Fragen, die immer wieder auftauchen. Ich möchte versuchen sie dir zu beantworten.

Dreadlocks mit Henna färben, ein NoGo?
Immer wieder liest man, dass man seine Dreads nicht mit Henna färben soll. Es sollen Rückstände bleiben, die man nie wieder rauskriegt. Meine Schwester hat sich ihre Dreads immer wieder mit Henna gefärbt. Natürlich ist der Aufwand, bis man alles ausgewaschen hat, wesentlich größer, als bei normalen Haaren. Aber es ist grundsätzlich kein Problem, die filzigen Haare mit Henna zu färben.
Stimmt es, dass Dreads in den ersten Monaten/Jahren kürzer werden?
Bei den meisten von uns ist das so. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich der Filz entwickelt. Das führt allerdings dazu, dass sich die Dreads zusammenziehen und verkürzen. Ich persönlich konnte meinen Haaren gefühlt beim Schrumpfen zusehen. Doch danach wachsen sie dann umso schneller, also keine Sorge, das ist vollkommen normal.
Können Dreads schimmeln?
Schimmelige Dreads, davon hört und liest man immer wieder und gerade frisch gewordene Dreadheads haben riesige Angst davor. Doch was ist dran? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass selbst feuchte Bedingungen, also Dreadlocks die lange nicht trocknen, nicht ausreichen, um darin Schimmel entstehen zu lassen. Solltest du deine Haare allerdings mit rohem Ei oder anderen Lebensmitteln behandeln, dann besteht die Gefahr durchaus.
Sollte ich meine Dreadlocks mit Kernseife waschen?
Davon würde ich persönlich abraten. Kernseife trocknet deine Kopfhaut extrem aus und auch deine Dreads. Kaputte Haare ergeben auch keine schönen Dreadlocks. Meiner Erfahrung nach reicht es vollkommen aus, einfach kein pflegendes Shampoo zu verwenden.
Ist eine Kieselerdekur vor der Erstellung von Dreads sinnvoll?
Das würde ich nicht machen. Es macht deine Haare kaputt und strapaziert sie unnötig. Es reicht vollkommen, auf silikonhaltiges Shampoo zu verzichten.
Dreadlocks mit Wachs erstellen, geht das?
Immer wieder hört man davon, dass Kunden die Dreads mit Wachs erstellt werden. Gerade in Afroshops wird diese Methode wohl häufig angewandt. Was für krauses, afrikanisches Haar geht, ist bei europäischem Haar eher eine Katastrophe. Das Wachs verhindert, dass die Haare filzen, weswegen bei normalem Haar von der Erstellung mit Wachs abgesehen werden sollte.
Wie viele Dreadlocks werde ich bekommen?
Natürlich kann man, je nach Einteilung, mehr oder weniger Dreadlocks bekommen. Das hängt allerdings neben der erstellten Dicke auch von der Struktur und Haardicke ab.
Muss ich meinen ganzen Kopf dreaden lassen oder kann ich auch einzelne Dreads ins Unterhaar bekommen?
Natürlich kann man auch nur einzelne Dreads ins Unterhaar machen, wenn du nicht den ganzen Kopf voll haben willst oder erst mal testen möchtest, wie du damit zurechtkommst. Allerdings lass dir gesagt sein: Einzelne Dreads im Unterhaar machen einem meist nicht lange Freude. Denn sie verfilzen immer wieder mit den umliegenden offenen Haaren, wenn man sich nicht sehr sorgfältig drum kümmert.
Dreads mit offenem Pony, ja oder nein?
Ich persönlich hatte bei der Erstellung den ganzen Kopf gedreadet. Nach einer gewissen Zeit habe ich mir an der Vorderseite 12 Dreads ausgekämmt, weil ich einen offenen Pony haben wollte. Das funktioniert seit drei Jahren auch sehr gut und bei einer geradlinigen Unterteilung, lassen sich lose Haare und Dreads auch problemlos auseinanderhalten. Der einzige Unterschied, man muss die offenen Haare häufiger waschen.
Wie kann ich den Filzprozess beschleunigen?
Dreadlocks müssen sich entwickeln und werden erst nach Jahren richtig weich und flauschig. Du kannst ihnen allerdings durchaus etwas Gutes tun, indem du sie beispielsweise ab und an mit Salzspray einsprühst. Das Zauberwort ist allerdings Geduld. Ich persönlich habe solche Hilfsmittel noch nie verwendet.
Ist Juckreiz nach der Erstellung von Dreads normal?
Deine Kopfhaut ist durch das Erstellen der Dreads gereizt und deswegen kann es gerade in den ersten Wochen zu Juckreiz kommen. Deine Kopfhaut muss sich erst mal umstellen, gerade auch, wenn du die Haare vorher öfter gewaschen hast. Das ist leider eine Phase, durch die man durch muss. Abhilfe kann hier Birkenwasser o. Ä. schaffen, was die Kopfhaut beruhigt und den Juckreiz lindert.
Wie lange nach dem Erstellen der Dreadlocks muss ich warten, bis ich meine Haare zum ersten Mal waschen darf?
Grundsätzlich solltest du versuchen, das erste Haarewaschen möglichst ein paar Tage hinauszuzögern. Wenn die Kopfhaut aber unerträglich juckt oder du merkst, dass die Ansätze fettig sind, dann wasch deine Haare einfach. Fettige Ansätze filzen nämlich nicht.
Meine Dreadlocks sind stachelig, piksen und sind gar nicht weich, woran liegt das?
Dreadlocks müssen sich entwickeln. Gerade in der ersten Zeit sind sie ziemlich stachelig und eher kratzig als weich. Es dauert ein paar Monate, wenn nicht sogar Jahre, bis sie endlich weich und flauschig werden. Das hängt ganz von deiner Haarstruktur ab.
Ich habe unendlich viele Fusselhaare, die aus den Dreads gerutscht sind. Was tun?
Eine Sache, mit der du dich gleich abfinden kannst, die meisten von uns mit europäischem Haar haben Fusselhaare. Sie werden mit der Zeit weniger, aber ich persönlich habe sie auch nach fast fünf Jahren noch. Das hängt mit der Haarstruktur zusammen und man sollte sich einfach daran gewöhnen.
Dreads sind am Ansatz zusammengefilzt. Und jetzt?
Keine Sorge, es ist kein Grund, um in Panik zu verfallen. Es kann immer wieder mal vorkommen, dass einzelne Dreads am Ansatz zusammenfilzen. Es macht deswegen durchaus Sinn nach der Haarwäsche mit den Fingern an den Ansätzen entlang zu gehen und dieses Übel schon im Keim zu ersticken, indem man die Dreads in entgegengesetzte Richtungen auseinanderzieht. Auch wenn sie schon zusammengefilzt sind, lassen sie sich auf diese Art und Weise häufig trennen. Wenn gar nichts mehr geht, kann man sie vorsichtig mit einer Schere auseinanderschneiden. Aber dabei besteht die Gefahr, dass du einen Dread versehentlich abschneidest. Die Schere also bitte nur im äußersten Notfall und u. U. mit Hilfe durch Freunde oder Familie benutzen.

Wenn du Facebook nutzt, habe ich nun noch eine Empfehlung für eine tolle Dreadgruppe für dich. Dort findest du übrigens auch viele liebe Menschen, die dir Dreadlocks machen können.

Du hast noch weitere Fragen? Dann stell sie gerne in den Kommentare und ich werde versuchen, sie zu beantworten.

Wie hilfreich fandest du den Beitrag? Zeig es mit einer Bewertung.

1 Stern = gar nicht hilfreich; 5 Sterne = sehr hilfreich

durchschnittliche Bewertung 4.9 / 5. Bewertungszähler 65

Noch keine Bewertungen - sei die Erste

Schade, dass du den Beitrag nicht hilfreich fandest.

Gib uns ein Feedback, was dir nicht gefallen hat.

Was hätten wir besser machen können?

4 Kommentare

Klicke hier, um einen Kommentar zu hinterlassen.
  • wie super­schön es aussieht!

    es war immer einer meiner Träumen, einmal Dre­ad­locks zu tragen, ich hoffe, dass es einmal ver­wirk­licht werden kann 🙂

    vielen Dank für diesen infor­ma­ti­ven Beitrag,

    LG

    Lili

  • Hallo,
    ich habe 13 Dreads im Unterhaar seit andert­halb Jahren. Inzwi­schen brechen die losen Oberhaare hinten mittig teilweise weg und sehen zippelig und gerupft aus, als wären die Motten drin gewesen. Ich pflege sie getrennt von den Dreads mit Haaröl nach der Wäsche, aber da sie so sehr fetten, muss ich sie alle 2 Tage waschen, sonst sieht es schlimm aus. Alle Haare zu dreaden ist keine Option – was kann ich tun, damit die losen Oberhaare nicht noch mehr leiden und kürzer werden? Ich hab schon schlafen mit zusam­men­ge­bun­de­nen losen Haaren probiert, aber da stört mich der Knubbel, der durch das (weiche, Frottee-)Haarband entsteht. Mit Dutt schlafen geht gar nicht. Ich färbe alle 6 Monate alles mit Bio-Henna.
    Danke und viele Grüße!

  • Hallo Johanna,
    ja, das ist leider das Problem, wenn man nur Dreads im Unterhaar hat. Hast du schon mal probiert, mit Haar­klam­mern o. Ä. zu schlafen, also die offenen Haare nachts dann mit einem Hilfs­mit­tel von den Dreads zu trennen?
    Liebe Grüße,
    Roberta