Brust­war­zen­pier­cing stechen lassen: Schmerzen, Kosten, Pflege

Brustwarzenpiercing stechen lassen

Du willst dir ein Brust­war­zen­pier­cing stechen lassen und suchst nun nach Infos zu den Schmerzen, den Kosten und der richtigen Pflege nach dem Piercen? In meinem Guide erfährst du alles, was du vor und nach dem Brust­pier­cing wissen solltest. Denn gerade für Frauen ist auch die Frage nach dem Stillen mit gepierc­ter Brust­warze inter­es­sant.

Geschicht­li­ches zum Schmuck in der Brust­warze

Am Golf von Mexiko und im Süden Algeriens gab es das Durch­ste­chen der Brust­warze schon früher als bei uns in Europa. Dort gab es erstmals aus dem 14. Jahr­hun­dert Berichte von Brust­war­zen­pier­cings bei der Ober­schicht. Angeblich soll die adlige Frau zu dieser Zeit Kleider getragen haben, die die Brust­warze nicht ver­deck­ten. Das Schmücken derselben war da dann wohl der Trend schlecht­hin. Auch heute erfreut sich das Piercing wieder größerer Beliebt­heit.

Welchen Schmuck kann man sich einsetzen lassen?

Ein sehr wan­del­ba­res Piercing ist das durch die Brust­warze auf jeden Fall. Gestochen wird es meist quer, aber auch hochkant oder sowohl als auch, ganz wie es dir besser gefällt.

Tipp: Wenn du mal nicht willst, dass man dein Piercing durch ein Top sieht, wenn du keinen BH trägst, kannst du einfach ein Pflaster drüber kleben und musst es nicht extra raus­neh­men.

Aller­dings sind der Fantasie beim Schmuck fast keine Grenzen gesetzt. So gibt es folgende Schmuck­ar­ten beim Brust­pier­cing:

  • Ring oder Klemmring
  • Nipple Shield
  • Barbell (Stecker) mit Kette oder Anhänger

Gerade beim Barbell gibt es in Sachen Anhänger oder aber auch Ketten fast keine Grenzen. Hier hat man wirklich die Qual der Wahl.

Fake Brust­war­zen­pier­cing

Alle, die zu viel Angst vor dem Brust­war­zen­pier­cing Stechen haben, können sich ein Fake-Piercing besorgen. Das wird meist um den Nippel gelegt oder geklemmt. Was jetzt erst mal unan­ge­nehm oder schmerz­haft klingt, ist gar nicht so schlimm und macht was her. Auch ideal, um aus­zu­pro­bie­ren, ob einem ein Piercing durch die Brust­warze wirklich gefällt.

Brust­war­zen­pier­cing stechen lassen

Du willst dir ein Brust­war­zen­pier­cing stechen lassen? Dann bist du sicher­lich auf der Suche nach möglichst vielen Infos, um bestens vor­be­rei­tet zu sein. Das kann ich gut nach­voll­zie­hen, bei mir war das auch immer so.

Info:
Beim Nip­pel­pier­cing wird nicht vorne durch die Spitze der Brust­warze gestochen, sondern nor­ma­ler­weise etwas dahinter durchs weichere Gewebe.

Das passiert beim Piercer

Damit du weißt, was dich beim Piercer erwartet, möchte ich dir kurz erklären, wie er vorgehen wird.

  1. Der Piercer wird dich bitten, dich oben rum frei­zu­ma­chen und versuchen raus­zu­fin­den, wie das Piercing am besten durch die Brust­warze gestochen werden sollte, damit es gut aussieht.
  2. Nun wird er deine Brust­war­zen des­in­fi­zie­ren und mit einem Stift die Stelle anzeich­nen, wo er mit der Nadel durch will. Er wird mit dir auch bespre­chen, ob dir das so gefällt und wo genau er durch­sticht.
  3. Nor­ma­ler­weise darfst du dich dann fürs Stechen auf eine Liege legen, die schräg gestellt ist und dann kann es auch schon losgehen.
  4. Dein Piercer wird mit einer Nadel deine Brust­warze durch­ste­chen und dann vor­sich­tig den Schmuck durch­zie­hen.
  5. Willst du auf jeder Seite ein Brust­pier­cing, dann ist nun noch die andere Seite dran. Wenn möglich werden beide Seiten auch immer wieder mal gleich­zei­tig durch­sto­chen.

Was genau beim Stechen eines Brust­war­zen­pier­cings vor sich geht, kannst du in diesem Video sehen:

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Brust­war­zen­pier­cing ist schief

Solltest du nach dem Piercen oder irgend­wann ein Mal fest­stel­len, dass das Piercing schief ist, dann erst mal tief durch­at­men. Denn die Brust­warze dreht sich, je nach Errek­ti­ons­zu­stand. Sollten deine Nippel also gerade nicht hart sein, dann kann es passieren, dass das Piercing schief erscheint. Sobald die Brust­war­zen wieder hart werden, reguliert sich das wieder. Du kannst auch einfach den Stecker nehmen und ihn wieder richtig posi­tio­nie­ren.

Auch das Heben eines Arms kann dazu führen, dass das Piercing schief erscheint. Hier auf jeden Fall mal genauer hin­schauen, bevor du deinen Piercer deswegen anrufst.

Solltest du den Stecker gar nicht aus­rich­ten können, dann wird das Brust­war­zen­pier­cing schief gestochen sein und ist ein Fall für den Piercer.

Noch mehr Ratgeber zu vielen weiteren Piercings findest du unter dem #Kör­per­schmuck.

Kann man sich ein Brust­pier­cing selber stechen?

Solltest du nun auf die Idee kommen dir ein Brust­pier­cing selber stechen zu wollen, kann ich davon nur abraten. Das ist keine gute Idee. Die Ver­let­zungs­ge­fahr ist hier ziemlich groß. Die Brust­war­zen sind sehr hart, weswegen es auch für erfahrene Piercer immer wieder eine Her­aus­for­de­rung ist, die Nadel durch das feste Gewebe zu drücken. Abgesehen davon ist es unfassbar schwer, gerade zu stechen – deswegen, lass es lieber pro­fes­sio­nell machen und leg nicht selber Hand an.

Wie stark sind die Schmerzen beim Stechen?

Das Schmerz­emp­fin­den ist bei jedem anders, deswegen ist es schwer zu sagen, wie die Schmerzen beim Brust­war­zen­pier­cing sind. Die einen könnten beim Stechen schier an die Decke gehen und die anderen spüren kaum etwas.

Doch eines ist bei allen gleich: Die linke Brust tut beim Piercen immer mehr weh, als die Rechte.

Warum genau das so ist, könnte viel­leicht an der Nähe zum Herzen liegen.

Wer keine Schmerzen haben oder sie etwas ver­rin­gern möchte, kann übrigens mit Emla-Salbe arbeiten. Näheres dazu findest du weiter unten im Beitrag bei den FAQ.

Kosten

Die Kosten für ein Brust­war­zen­pier­cing sind je nach Piercer unter­schied­lich. Im Nor­mal­fall sollte der Preis im Bereich zwischen 50 und 65 Euro liegen. Das Stechen, der Schmuck, Pfle­ge­mit­tel, Nach­un­ter­su­chun­gen und eine generelle Beglei­tung bis zur Abheilung sollten inklusive sein.

Die Heilung des Brust­war­zen­pier­cings

Das Brust­war­zen­pier­cing hat eine relativ lange Abheil­zeit von 6 – 12 Monaten. Auch wenn du nach viel­leicht ein oder zwei Monaten keine Schmerzen mehr hast, so kann es trotzdem sein, dass es noch dauert, bis der Stich­ka­nal auch innen abgeheilt ist.

Gerade in den ersten drei Wochen solltest du aufpassen und Folgendes vermeiden:

  • Sauna,
  • Dampfbad,
  • Schwimm­bad,
  • Vollbad,
  • enge Kleidung,
  • Kontakt mit Speichel,
  • sexuelle Akti­vi­tä­ten, die die Brust­warze mit ein­be­zie­hen.

Tipp: Im Meer schwimmen gehen, ist schon wenige Tage nach dem Stechen kein Problem.

Sport mit frischem Brust­war­zen­pier­cing, ist das erlaubt?

Du bist sportlich und fragst dich, ob du mit frischem Brust­war­zen­pier­cing Sport treiben darfst? Die Antwort darauf ist nicht so einfach, denn es ist ein Jein. Erlaubt ist alles, was das Piercing nicht beein­träch­tigt. Aller­dings gilt es zu beachten, dass man beim Sport schwitzt und der Schweiß für das frisch gesto­chene Brust­war­zen­pier­cing nicht so toll ist.

Auch könnte der Stich­ka­nal durch starke Bewe­gun­gen des Ober­kör­pers gereizt werden. Dem­entspre­chend lohnt es sich, die ersten Wochen sportlich einen Gang zurück­zu­schal­ten.

Kann ich enge Kleidung tragen?

Vermeide während der Abheil­phase alles, was dein Piercing reizen könnte. Du wirst aber auch selber schnell merken, was dir angenehm ist und was nicht. Ein Sport-BH und ein lockeres Shirt sind sicher besser, als alles was eng am Körper anliegt. Versuche das Piercing am besten so wenig wie möglich zu reizen.

Und auch wenn man da im ersten Moment nicht dran denken mag, pass auf in großen Men­schen­mas­sen. Schnell rempelt einem ver­se­hent­lich jemand gegen die Brust – bei einem frischen Brust­war­zen­pier­cing äußerst unan­ge­nehm.

Die richtige Pflege

Damit du später viel Freude an deinem Piercing hast, solltest du dich auch ver­nünf­tig drum kümmern.

Grund­sätz­lich gilt, immer die Pfle­ge­tipps des Piercers befolgen, denn er ist der Fachmann.

Um dein Brust­war­zen­pier­cing zu pflegen, solltest du nach dem Stechen 2x täglich mit einem spe­zi­el­len Pfle­ge­mit­tel, wie z. B. Pron­to­lind, auf die Nippel und den Schmuck sprühen und mit einer ebenfalls ange­feuch­te­ten Küchen­rolle vor­sich­tig sauber machen. Hast du starke Ver­krus­tun­gen, dann die erst mal ein wenig mit lauwarmem Wasser ein­wei­chen. Auf keinen Fall dran rum­krat­zen.

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Nach dem Des­in­fi­zie­ren und reinigen kannst du noch etwas Gel auf die frische Wunde geben. Ob man den Stab nach dem Auftragen des Gels bewegen soll oder nicht – da scheiden sich die Geister. Die einen sagen, auf keinen Fall bewegen, die anderen sagen, ganz leicht und vor­sich­tig bewegen. Das kann aller­dings etwas schwer gehen, weil die Brust­warze wirklich sehr hart ist. Auf keinen Fall grob dran reißen, sondern immer behutsam vorgehen. Am besten hörst du auf den Ratschlag deines Piercers.

Baby mit Nip­pel­pier­cing stillen – wie geht das?

Fun Fact:
Es kann passieren, dass die Milch am Nippel auch durch den Stich­ka­nal rauskommt. Das ist nicht schlimm, aber liegt natürlich am Stich­ka­nal.

Immer wieder berichten Frauen die stillen übrigens, dass sie mit dem Nippel der mal gepierct war, größere Probleme hatten. Häufig war er emp­find­li­cher oder zickte eher rum, als der nicht Gepiercte.

Für Frauen ist es natürlich ein Thema, ob man mit Nip­pel­pier­cing ein Baby stillen kann. Prin­zi­pi­ell ist es überhaupt kein Problem, aber du solltest den Schmuck auf jeden Fall raus­neh­men. Dein Baby könnte sich sonst daran verletzen bzw. ihn ver­schlu­cken, falls der Schmuck aufgehen sollte.

FAQ

Hilft ein Brust­war­zen­pier­cing gegen Schlupf­war­zen und ist ein Stechen überhaupt möglich?

Das Piercen der Brust­warze ist tat­säch­lich ein gutes Mittel, um Schlupf­war­zen nach außen zu richten. Diese sind ja immer oder immer wieder nach innen gerichtet, was eine Frau als unschön empfinden könnte. Das Piercing sorgt dafür, dass sie sich nicht mehr zurück­zie­hen kann.
Du solltest dir dafür auf jeden Fall einen guten Piercer mit Erfahrung in diesem Bereich suchen.

Kann man die Brust­war­zen vor dem Stechen betäuben?

Ja, du kannst bei­spiels­weise Emla Salbe benutzen. Diese muss aller­dings ganz genau nach Packungs­bei­lage verwendet werden, damit sie wirken kann. Auch wenn der Her­stel­ler angibt, dass man die Salbe maximal 1,5 Std. drauf lassen kann, so kann es sein, dass eine längere Ein­wirk­zeit nötig ist, um die Stelle wirklich zu betäuben. Auch solltest du sie bis kurz vorm Stechen drauf lassen und erst beim Piercer entfernen, dem du auf jeden Fall sagen musst, dass du diese Salbe verwendet hast. Die Brust­war­zen reagieren nämlich ganz anders als normal, was für die richtige Posi­tio­nie­rung des Piercings wichtig ist.

Nach der Abheil­phase tritt immer wieder Flüs­sig­keit aus, ist das normal?

Ein Brust­war­zen­pier­cing ist im Vergleich zu einem Helix-Piercing bei­spiels­weise nie richtig trocken. Dem­entspre­chend gibt es keinen Grund zur Sorge, wenn die aus­tre­tende Flüs­sig­keit normal aussieht, also z. B. nicht total gelb ist. Solltest du weitere Beschwer­den wie starken Juckreiz o. Ä. haben, dann lohnt sich der Weg zum Piercer oder Arzt.

Das Brust­war­zen­pier­cing blutet, was tun?

Nach dem Stechen des Brust­war­zen­pier­cings kann es durchaus passieren, dass es mal leicht blutet. Es ist eine frische Wunde, die erst mal heilen muss und manchmal ist man beim Reinigen etwas unachtsam und schon reißt der Stich­ka­nal wieder auf. Das ist kein Grund zur Beun­ru­hi­gung, sollte aber natürlich nicht allzu lange anhalten.

Kann ich von Anfang an einen Ring tragen?

Theo­re­tisch ja, aller­dings bewegt sich der Ring im Stich­ka­nal viel stärker als der Stab. Das führt dazu, dass die Wund­hei­lung länger dauert. Deswegen empfehlen viele am Anfang keinen Ring ein­zu­set­zen, sondern erst, wenn das Brust­war­zen­pier­cing abgeheilt ist.

Kann ich mit Sili­kon­im­plan­ta­ten ein Brust­war­zen­pier­cing haben?

Auch hier gibt es keinerlei Ein­schrän­kun­gen. Wenn du dir die Implan­tate nach dem Piercing einsetzen lassen möchtest, musst du den Schmuck lediglich für die OP entfernen.


Wenn du dir nun ein Brust­war­zen­pier­cing stechen lassen willst, dann nur zu. Wie du siehst, es gibt keinen Grund es nicht zu tun, also trau dich.

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