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Sabbatical – mit einem Sabbatjahr Auszeit vom Job nehmen

Sabbatical, Sabbatjahr, Auszeit vom Job

f01fee6d98744984a2cd51e82ddc183aEin Sabbatical, auch Sabbatjahr genannt, ist die perfekte Möglichkeit, um eine Auszeit vom Job nehmen zu können. Gerade in der heutigen Zeit wünschen sich immer mehr Menschen eine berufliche Auszeit. Doch wie lässt sich ein Sabbatical finanzieren und wie kann man das beantragen? Welche Unterschiede gibt es im Öffentlichen Dienst im Vergleich zu Angestellten in der Privatwirtschaft? Und wie ist es während des Sabbaticals mit der Krankenversicherung? All das und vieles mehr will ich in diesem Beitrag näher beleuchten.

Was ist ein Sabbatjahr?

Sabbat bedeutet auf Deutsch so viel wie Ruhepause, Ruhezeit. Der Begriff Sabbat kommt aus dem Jüdischen und ist dort der siebte Wochentag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Daraus leitet sich der Begriff Sabbatical oder Sabbatjahr ab. Doch wie kann man sich so ein Sabbatjahr vorstellen?

Letztendlich beschreibt es eine Auszeit von der Arbeit bzw. dem Beruf. Gemeint ist damit eine Pause, die ganz individuell gestaltet werden kann. Die Einen verbringen ihr Sabbatical im Ausland, bringen sich bei gemeinnützigen Organisationen ein oder nutzen die Zeit anderweitig. In einer schnelllebigen Welt wie der heutigen, haben viele Menschen das Bedürfnis einfach zeitweise auszusteigen. Auszusteigen aus einer sich viel zu schnell drehenden Welt. Genau dafür ist das Sabbatjahr da. Allerdings muss ein Sabbatjahr nicht zwangsläufig ein Jahr sein. Auch ein paar Monate Auszeit sind möglich.

Jetzt könnte man sagen, wozu ein eigener Begriff dafür? Denn letztendlich kann ich meinen Job kündigen und dann einfach losziehen. Ja, aber das Sabbatical ist eine vom Arbeitgeber mitgetragene Auszeit.

Sabbatical Modelle

Es gibt unterschiedliche Sabbatical Modelle, mit denen man seine Auszeit zusammen mit dem Arbeitgeber gestalten kann.

  • Unbezahlter Urlaub
  • Teilzeit-Modell
  • Ansparmodell

In welcher Art und Weise sich diese Modelle unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie haben, möchte ich nun ein Mal näher erklären.

Der unbezahlte Urlaub ist eine Möglichkeit sich ein Sabbatjahr zu ermöglichen. Dabei handelt es sich um Sonderurlaub, währenddessen man kein Gehalt bezieht und von der Arbeit freigestellt wird. Das ist, Mitspielen des Arbeitgebers vorausgesetzt, eine der einfachsten Varianten. Allerdings bringt sie auch ein paar Nachteile mit sich.

So ist gerade bei privat Krankenversicherten das Problem, dass die Arbeitgeberzuschüsse nicht mehr bedient werden. Aber auch gesetzlich Versicherte müssen Abstriche hinnehmen. Des Weiteren ist der Betrieb nach einem Monat nicht mehr verpflichtet, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Das hat zur Folge, dass der Angestellte bei der Einzugsstelle abgemeldet wird. Dementsprechend muss man sich selbst um seinen Krankenversicherungsschutz kümmern.

In der Zeit, in der man unbezahlten Urlaub nimmt, kann man sich von Zahlungen von Beiträgen bei der Renten- oder Arbeitslosenversicherung freistellen lassen. Ob sich das im Alter negativ auswirkt, gilt es individuell zu berechnen.

Die Finanzierung dieser Zeit ist eine Herausforderung, weil im Vergleich zu den beiden anderen Sabbatical Modellen keine Einnahmen generiert werden.

Das Teilzeit-Modell unterscheidet sich allein durch die Finanzierung des Sabbaticals schon vom unbezahlten Urlaub. Bei dieser Variante arbeitet man quasi für seine Auszeit vor. Bei diesem beliebten Sabbatical Modell vereinbart man mit seinem Arbeitgeber eine Teilzeit. Man arbeitet Vollzeit, bekommt aber lediglich so viel Lohn, als würde man Teilzeit arbeiten. Das Geld wird angespart und kommt einem bei seiner Auszeit zu Gute.

Allerdings ist das nicht für jeden machbar. Bei diesem Sabbatical Modell ist klar, man muss vorher verzichten. Dafür hat man dann in seiner Auszeit keine finanziellen Sorgen. Man bekommt weiterhin Geld überwiesen und auch um Kranken- oder Sozialversicherungen braucht man sich keine Gedanken machen.

Das Teilzeit-Modell ist allerdings nicht überall möglich. Der Betrieb muss mindestens 15 Mitarbeiter haben und man muss bereits seit mindestens 6 Monaten dort beschäftigt sein.

Das Anspar-Modell unterscheidet sich nur unwesentlich vom Teilzeit-Modell. Hier wird Zeit angespart und alle Überstunden, Verzicht auf Urlaubstage, Weihnachtsgeld o. ä. werden auf einem Ansparkonto gesammelt. Dieses Konto ist dann für die Zeit da, in der man nicht arbeiten geht. Die finanziellen Einbußen sind bei diesem Sabbatjahr-Modell nicht so groß, wie beim Teilzeit-Modell. Allerdings kann es durchaus länger dauern, bis das Konto so gefüllt ist, dass man ein Jahr ohne Arbeit sein kann.

Was genau angespart wird und ob man auch zusätzlich noch auf einen Teil seines Lohns verzichtet, kann individuell mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden. Auch bei dieser Variante ist man nach wie vor kranken- und sozialversichert.

Diese Sabbatical Regelungen stehen in keinem Gesetz geschrieben, dementsprechend ist die Aushandlung von Bedingungen mit dem Arbeitgeber eine individuelle Sache. Eins ist jedoch bei allen Sabbatjahr-Modellen gleich – man hat als Angestellter keinen rechtlichen Anspruch auf ein Sabbatical, dementsprechend kann der Arbeitgeber diese Möglichkeit verweigern, wenn es aus betrieblichen Gründen nicht möglich ist.

Sabbatjahr – Öffentlicher Dienst und Angestellte

Wenn man sich nun dazu entschlossen hat eine Auszeit zu nehmen, dann stellt sich noch die Frage, ob man ein Beamter oder ein Angestellter ist. Denn das kann einen kleinen, aber feinen Unterschied machen.

Macht es einen Unterschied, ob man ein Beamter ist oder im öffentlichen Dienst ein Angestellter? Und wie sieht es in der Privatwirtschaft aus?

Der feine Unterschied ist, dass es bei Beamten durchaus gesetzlich geregelt ist, d. h. es ist festgelegt, dass man Anspruch auf ein Sabbatjahr hat, wenn keine dienstlichen Gründe dagegen sprechen. Auch nicht verbeamtete Angestellte im Staatsdienst können ein Sabbatical beantragen. Allerdings nur maximal für 3 Monate (war bei mir persönlich der Fall). Längere „Auszeiten“ sind nur möglich, wenn man einen Familienangehörigen pflegen muss, o. ä.

In der Privatwirtschaft gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Allerdings gibt es viele große Konzerne, die ein Sabbaticalprogramm anbieten.

Ein Sabbatical beantragen, aber wie?

Auch wenn wir gerne Vorlagen und Formulare haben, das gibt es beim Beantragen eines Sabbaticals nicht. Der Antrag muss immer schriftlich erfolgen, aber es gibt keine genauen Vorgaben. Je nach Betrieb lohnt sich vielleicht vorab ein Gespräch mit dem Chef oder der Personalabteilung. Dort erfährst du dann genauestens, ob so was in deinem Betrieb generell möglich und wie weiter zu verfahren ist.

Sabbatical, Auszeit vom Job

Wie macht sich eine Auszeit im Lebenslauf?

Im ersten Moment klingt eine Auszeit vom Job wahrscheinlich für jeden absolut traumhaft und erstrebenswert. Doch wie macht sich ein Sabbatical im Lebenslauf? Was ist, wenn ich mich mal woanders bewerbe? Wie wirkt das auf den zukünftigen Arbeitgeber? Auf diese Frage gibt es natürlich keine generell gültige Antwort. Ich denke, es hängt ganz von der Art der Auszeit ab. Sie wird in einem Vorstellungsgespräch sicher Thema werden, dementsprechend sollte man sich gut überlegen, was man sagt.

Wenn ich meine Auszeit ausschließlich zu Hause vor dem Fernseher verbracht habe, dann sollte ich das vielleicht besser nicht so ausführlich erwähnen. Das könnte einen falschen Eindruck entstehen lassen.

Doch wenn man in seinem Sabbatjahr auf Reisen war oder es für eine Fortbildung genutzt hat, dann kann das durchaus Eindruck machen. Denn es erfordert viel Mut und auch Einsatzbereitschaft, wenn man sich auf neue Pfade begibt. Dies ist meist eher ein Plus-, als ein Minuspunkt.

Deswegen, wenn du gerne eine Auszeit vom Job möchtest, dann mach dir ernsthaft Gedanken darüber, wofür du die Zeit nutzen willst und was sie dir bringt. Das kann auch für Verhandlungen mit dem Arbeitgeber vorteilhaft sein. Und dann gilt, einfach wagen, sonst kann man nichts gewinnen. Heutzutage ist das Sabbatjahr sehr verbreitet und immer mehr Unternehmen öffnen sich für diese Möglichkeit.

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